Vereinswechsel in der Kreisliga
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Vereinswechsel in der Kreisliga – Wie wechsle ich den Verein?

Auch wenn Liebhaber des Amateurfußballs große Fans von Vereinstreue sind, so gibt es auch Vereinswechsel in der Kreisliga. Die Gründe sind vielfältig: Die Bierpreise im Vereinslokal des Konkurrenten decken sich besser mit dem eigenen Bierkonsum. Aus deiner Kreisliga-Mannschaft wollen sie gerade aus Altersgründen eine alte Herren Mannschaft machen. Nicht selten kommt es auch im Amateurfußball mal zu Ungereimtheiten mit dem Trainerteam, dass allen ernstes zweimal die Woche trainieren will, sodass du deinen wöchentlich geliebten Skatabend in illustrer Männerrunde verschieben müsstest. Nicht mit dir!

Wenn du wirklich einen ordentlichen Grund für einen Vereinswechsel in der Kreisliga hast, dann darfst du an dieser Stelle gerne weiterlesen. Bei einem Wechsel gibt es eine Reihe von Regeln und Fristen, die ein Spieler sowie die beteiligten Vereine einhalten müssen. Grundsätzlich existieren zwei Wechsel-Zeiträume auf die wir im Folgenden ausführlich eingehen.

Vereinswechsel in der Kreisliga im Sommer

Im Sommer öffnet das Transferfenster jährlich am 01. Juli und schließt am 31. August. Amateurkicker, die im Sommer wechseln möchten, müssen sich bis zum 30. Juni bei ihrem alten Verein abmelden. Für die Kündigung bei dem Verein, den du verlassen willst, haben wir dir an dieser Stelle ein PDF Dokument bereitgestellt, welches du dir herunterladen, ausfüllen und an den abgebenden Verein senden musst.

> Vorlage für Abmeldung vom alten Fußballverein herunterladen

Dies sollte man per Post als Einschreiben tun, damit im Streitfall ein Beleg darüber existiert, wann die Abmeldung bei den zuständigen Vereinsvertretern angekommen ist. Bei einigen Landesverbänden kann diese Abmeldung auch der neue Verein mit deiner Zustimmung vornehmen. Ob dies in deiner Region funktioniert, solltest du bei deinem Landesverband erfragen.

Nach der postalischen Zustellung deiner Kündigung an den alten Verein, hat dieser 14 Tage Zeit deinen Spielerpass herauszugeben und diesen an die zuständige Passstelle, an deinen neuen Verein oder dich auszuhändigen. Sollten die Vereinsverantwortlichen diese Frist wegen eines 14-tägigen Ballermann Urlaubs oder Krankheit verstreichen lassen haben sie ein Problem: Denn das ist keine Ausrede und wird deinen Wechsel nicht behindern.

Anmeldung in deinem neuen Verein

Nach erfolgreicher und fristgerechter Abmeldung bei deinem alten Fußballverein kannst du nun den Antrag auf Spielerlaubnis bei deinem neuen Verein stellen. Hierzu hält dein zuständiger Landesverband ein Dokument bereit. Anbei eine Auflistung aller in Deutschland existierenden Landesverbände und deren Dokumente (bitte melde dich bei uns, wenn diese Verlinkungen nicht mehr funktionieren):

Norddeutscher Fußballverband

Nordostdeutscher Fußballverband

Westdeutscher Fußballverband

Folgendes Dokument gilt für alle Landesverbände im Westdeutschen Fußballverband: Fußballverband Mittelrhein e.V. (FVM), Fußballverband Niederrhein e.V. (FVN), Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V. (FLVW):

Fußball-Regional Verband Südwest

Süddeutscher Fußballverband

Das passende Dokument muss ausgefüllt und unterschrieben an den zuständigen Landesverband gesandt werden, wobei hier ein Beleg der Abmeldung vom alten Verein zu ergänzen ist. Diesen Aufwand kann man minimieren, indem man dies Online im DFBnet macht.

Nach Absendung der Unterlagen erhältst du sofort die Spielberechtigung für Freundschaftsspiele. Die Freigabe für Pflichtspiele erfolgt dann nach Zahlung der Ausbildungsentschädigung. Ja, du hast richtig gelesen. Auch im Amateurfußball sind Ablösen fällig, welche sich in Kreisliga und Kreisklasse Ausbildungsentschädigung schimpfen.

Ausbildungsentschädigung - die Ablöse der Kreisliga

Es kommt immer wieder mal vor, dass Spieler X nach Verein Y wechselt und der abgebende Verein dafür 100L Bier auf dem nächsten Dorffest erhält. Da geht uns das Herz auf. Es gibt allerdings auch offizielle Regularien für die Sommerpause, die Vereinswechsel in der Kreisliga  vereinfachen, damit abgebende Vereine diese Wechsel im Sommer nicht verhindern können.

Spieler, die in den letzten sechs Monaten kein Spiel für den Verein gemacht haben, sind sogar ohne Ausbildungsentschädigung sofort frei und können den Verein wechseln. Ob als letztes Spiel auch Freundschaftsspiele oder nur Pflichtspiele gewertet werden, solltest du bei deinem Landesverband erfragen.

Im Transferfenster Sommer sind die Ausbildungsentschädigungen festgeschrieben und richten sich an der Ligazugehörigkeit der 1. Herrenmannschaft des aufnehmenden Vereins.

Bei Wechsel in die

  • 1./2./3. Liga werden 5000 Euro fällig
  • 4. Liga werden 3750 Euro fällig.
  • 5. Liga werden 2500 Euro fällig.
  • 6. Liga werden 1500 Euro fällig.
  • 7. Liga werden 750 Euro fällig.
  • 8. Liga werden 500 Euro fällig.
  • darunter existierenden Ligen werden 250 Euro fällig.

Wenn aus einer höheren Liga in eine tiefere Liga gewechselt wird, dann ist der Mittelwert aus den beiden Beträgen als Ausbildungsentschädigung zu zahlen. Wenn ein Spieler nicht länger als ein Jahr im Verein war, dann reduziert sich die Ausbildungsentschädigung um 50%. Darüber hinaus wird die Ausbildungsentschädigung bei Spielern unter 21, die mindestens drei Jahre im Verein gespielt haben, um 50% erhöht.

Besonderheiten und Ausnahmen beim Vereinswechsel

Für eine kleine Hand von Fußballspielern ist der Wechsel auch nach der Abmelde-Frist (30.06.) noch möglich, wenn sie Berufsspieler werden. Diese entsprechende Frist geht dann bis zum 31.08. Zudem kann ein Spieler bis zum Ende der Wechselfrist zu seinem alten Verein zurück wechseln, sofern er noch kein Spiel für den neuen Verein bestritten hat.

Wurde ein Spieler in den letzten Spielen gesperrt, dann nimmt dieser die Sperre mit in den neuen Verein und muss diese auch dort aussitzen.

Wechsel in der Winterpause

Auch in der Winterpause sind Vereinswechsel in der Kreisliga möglich, allerdings ist die Transferperiode kürzer und geht nur vom 01. bis 31. Januar. Spieler müssen sich also bereits bis zum 31.12. bei ihrem Verein abmelden. Ablösen im Winter sind frei verhandelbar, zudem ist die Zustimmung des abgebenden Vereins Voraussetzung für einen Wechsel. 

Außerdem gilt in der Sommerpause: Lässt der abgebende Verein den Spieler nicht ziehen bzw. der aufnehmende Verein ist nicht bereit eine Entschädigung zu zahlen, dann wird der Spieler für drei Monate gesperrt. Im Winter sind es sogar 6 Monate, wenn der Verein den Spieler nicht frei gibt. Seid also auf der Hut in diesem großen Wechselwirrwarr und überlegt euch ganz genau, ob ein Vereinswechsel wirklich der richtige Schritt ist. Wenn du Fragen oder Anregungen hast – schreib’ doch gerne einen Kommentar unter den Artikel oder kontaktiere uns. Wir wünschen euch viel Spaß beim Wechseln und maximalen Erfolg an der Theke.

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